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Author: Redaktion

Holzzersetzende Pilze im Streuobstgarten

Holzzersetzende Pilze im Streuobstgarten

Mag. Bernard Wieser

Der Streuobstgarten ist ein wichtiger Teil der traditionellen Kulturlandschaft, welche mehr und mehr zu verschwinden droht. Nicht nur eine unüberschaubare Anzahl an verschiedenen Obstsorten hat sich über die Jahrhunderte angesammelt, es ist auch ein Ort der Biodiversität, bedingt durch das Aufeinandertreffen von extensiven Grünland und einer Waldsteppenähnlichen Baumstruktur mit unterschiedlichen Kleinst-Klimaten im Unterwuchs. Die Streuobstgärten bekleiden seit jeher die Hänge im Steirischen Vulkanland und hatten ihre Hochblüte in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg, als zuerst noch Hungersnot herrschte und später die Preise für Obst noch hoch genug waren, um ein gutes Einkommen in der bäuerlichen Landwirtschaft zu erwirtschaften. Primär ging es jedoch um die Eigenversorgung mit Obst, um gut über den Winter zu kommen. Andere Zuckerquellen gab es hierzulande nicht viele zu dieser Zeit.

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Tag der Streuobstwiese 2022

Tag der Streuobstwiese 2022


Internationale Karte der Streuobstaktionen von Hochstamm Deutschland


Pressekonferenz Tag der Streuobstwiese

Online-Pressekonferenz vom
Mittwoch, 27. April 2022
zum nachschauen:
https://www.youtube.com/watch?v=Prcpmqv7Ze0



Termine in Österreich


Mostviertel Tourismus GmbH

Tag des Mostes

24. April 2022

Besonders gesellig geht es am traditionellen ‘Tag des Mostes’ zu: Der letzte Sonntag im April, 2022 am 24. April, ist erfahrungsgemäß jener Zeitpunkt, an dem sich die rund zehn Tage dauernde Birnbaumblüte am Höhepunkt befindet. Diese Tatsache wird mit stimmungsvollen Festen, Most-Frühschoppen, Baumblüten-Wanderungen, regionalen Gaumenfreuden und natürlich mit jeder Menge Birnenmost gefeiert.

Moststraße
3270 Scheibbs

Info:
Mag. Andreas Purt
Tel.: 07482/20444
Website: http://www.mostviertel.at
Mail: info@mostviertel.at


„Schau vorbei!“

Am 29. April ist Internationaler Tag der Streuobstwiesen, an dem in Salzburg an drei Standorten gezeigt wird, wie man sie anlegt und pflegt.

Beratungen und Führungen gibt es zwischen 14 und 17 Uhr an folgenden Standorten:

  • Fam. Josef Wesenauer: Rosenleherstraße 11, Faistenau
  • Fam. Elisabeth Hölzl: Ortnergut, Hauptstraße 21, Eben
  • Fam. Johann Schiefer: Bruckdorf 608, Mariapfarr

Es ist keine Anmeldung erforderlich!
Die Veranstaltungen findet bei jeder Witterung statt!

Obstbäume in Salzburg voll im Trend
Artikel auf Salzburg24


Presshausheuriger

Mostheuriger zum Tag der Streuobstwiese

Genießen sie die Blüten bei einem Spaziergang durch die Streuobstwiesen !

Öffnungszeiten auf der Homepage
Greinöd 1
3364 Neuhofen/Ybbs

Info:
Leopold Reikersdorfer
Tel.: +43747556481
Website: http://www.mosti.at
Mail: familie@reikersdorfer.info


SPAZIERGANG AM TAG DER STREUOBSTWIESE

Blühende Streuobstbestände im Herzen des Mostviertels

Freitag, 29. April 2022, 16.00 bis 18.00 Uhr

Spazieren Sie mit uns und Ihrer Familie durch die blühenden Streuobstwiesen in der Gemeinde Euratsfeld und entdecken Sie die verborgenen Naturjuwele vor Ihrer Haustüre!

Erfahren Sie für welch große Vielfalt an Tieren und Pflanze diese einzigartigen kulturlandschafts-prägenden Wiesen Heimat bieten und entdecken Sie mit uns seltene Vögel und bunte Blumen im weißen Blütenmeer der Streuobstwiesen.

Warum diese Wiesen so artenreich sind und warum sie dennoch gepflegt werden müssen, das und allerhand Wissenswertes erfahren Sie bei der fachlich geleiteten Exkursion von den Fachexperten und dem Bauern, der diese Wiesen bewirtschaftet.

Abschließend dürfen wir zu einer kleinen Mostjause einladen.

Treffpunkt: Euratsfeld, detaillierter Treffpunkt wird bei Anmeldung bekanntgegeben
Exkursionsleitung: Mag. David Bock, Mag. Martin Pollheimer, Büro coopNATURA
Infos und Anmeldung: www.naturland- noe.at/veranstaltungen,
(Begrenzte Teilnehmerzahl!), Telefon: 02742 / 21919


Verein Streuobsterhaltung Mostviertel

Pressekonferenz zum Erhalt alter Hochstamm-Birnbäume

29.04.2022, ab 15:30

Präsentation der Pflege alter Hochstamm-Birnbäume mittels Einsatz einer Hebebühne sowie Durchführung durch zertifizierte Obstbaumwärter! Ziel: Erhaltung der alten Bäume = Heimat- und Kulturgut = Landschaftsbild Mostviertel – Steigerung von Qualität und Ertrag

Schauboden 4
3251 Purgstall

Info:
Selner Andreas
Tel.: 43676845108500
Mail: andiselner@gmail.com


Naturpark Obsthügelland

Fotogewinnspiel zum Tag der Streuobstwiese

29. April 2022 – ganztägig

Foto-Gewinnspiel zum Tag der Streuobstwiese im Naturpark Obst-Hügel-Land (Oberösterreich).
Infos: http://obsthuegelland.at/aktuelles/news/aktuelle-news/news/foto-gewinnspiel-zum-tag-der-streuobstwiese0/

Naturparkgemeinden Scharten und St. Marienkirchen/Polsenz

Info:
Rainer Silber
Tel.: +43-7249-4711225
Website: http://obsthuegelland.at
Mail: info@obsthuegelland.at


Arche Noah

Geführter Spaziergang über die ARCHE NOAH Streuobstwiese

Freitag, 29. April 2022, 15 bis 16 Uhr

ARCHE NOAH beteiligt sich am Tag der Streuobstwiese mit einem geführten Spaziergang durch die frühlingshafte ARCHE NOAH Obstbaumwiese mit unserem Obst-Experten Bernd Kajtna.


Obere Straße 40
Am Schaugarteneingang
3553 Schiltern

Info:
Obstteam Arche Noah
Website: http://arche-noah.at
Mail: obst@arche-noah.at


M. Maurer Gmbh 1.OÖ Mostshop

‘Most Time’ für dich

29.04.22 von 14.00 bis 18.00 Uhr

Most Time Moste – das sind reinsortige, qualitativ hochwertigste, harmonisch produzierte Moste, die unsere Kunden in Zusammenarbeit mit uns produziert haben. Moste aus Bohnapfel, Landlbirne, Speckbirnen, Rosenbirne, … um nur einige aufzuzählen die es am 29.4.22 zu verkosten gibt! Besuch der Mostambulanz mit Beratung durch unseren erfahrenen Oenologen Herrn Ing. Gerhard Schubert, mit der Möglichkeit der Verkostung und Besprechung eigner Produkte. Kurzinformation über die wichtigsten Schritte der Mostproduktion durch Rafaela Strasser-Maurer sowie Wissenaustausch. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Laahenerstraße 72
4600 Wels

Info:
Rafaela Strasser-Maurer
Tel.: 0664/411 38 30 oder 07242/46 3 54
Website: http://www.mostshop.at
Mail: office@mostshop.at


Obstbauverein-Mannersdorf

Tag der offenen Streuobstwiese

am Fr, dem 29.04.2022
Beginn: ab 10:00 Uhr
Ort: 7444 Mannersdorf, am Preintl

Zufahrt durch den Hohlweg beim eh. GH Hofer oder beim Wasserbehälter Für Speis und Trank ist reichlich gesorgt!

Auf euer kommen freut sich der Obstbauverein-Mannersdorf
Für den Erhalt unserer Kulturlandschaft


Verein „Kirchheimer Zukunft“

Obstblütenwanderung

Am internationalen „Tag der Streuobstwiese“
Freitag 29.4. 2022 16:30 Uhr
Vereinsinterne Veranstaltung

  • Start: Parkplatz Wirt Kraxenberg – entlang des Hildegard-von-Bingen Wegs nach Kirchheim
  • über archi Natur- & Erlebnisspielplatz
  • entlang der Streuobstwiese mit Vorstellung des Projektes und Besprechung einzelner Sorten
  • weiter nach Kraxenberg mit gemütlichem Ausklang beim Wirt z‘Kraxenberg.

Auf eine zahlreiche Teilnahme freut sich der Verein „Kirchheimer Zukunft“.


Obstsortengarten Rohrbach

Pressegespräch: Streuobst als Basis für vielfältigen Geschmack

Datum: 29.04.2022, 10:30 – 11:30 Uhr

Ihre Gesprächspartnys rund um das Thema Erhalt von Streuobstwiesen im Burgenland und Nutzung der Vielfalt an Obstsorten für besondere Produkte:

  • LH-Stvin Mag.a Astrid Eisenkopf
  • DI Thomas Böhm, Wirtschaftsagentur Burgenland GmbH
  • Mag.a Marlene Hrabanek-Bunyai, Naturpark Rosalia-Kogelberg
  • Dr. Elisabeth Arming, Verein Arche Noah

Moderation: Mag. Johannes Maurer, Verein thema:natur

Im Obstsortengarten gibt es an diesem Tag viele interessante Stationen rund um die Streuobstwiesen. Regionale Produzenten bieten ihre Spezialitäten von der Streuobstwiese zum Verkosten und Kaufen an, Experten aus den verschiedensten Bereichen bieten Mitmachstationen für Jung und Alt an. Das Programm für die Naturparkschulen und Naturparkkindergärten findet von 08:15 – 12:00 Uhr statt, für Familien von 12:00 – 16:00 Uhr.

Ort: Obstsortengarten Rohrbach, 7222 Rohrbach bei Mattersburg
(Parkmöglichkeit bei der Teichkantine Rohrbach, Bahnstraße 500, 7222 Rohrbach bei Mattersburg, danach 1 Minute beschilderter Fußweg zum Obstsortengarten)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftsagentur Burgenland GmbH
Thomas Böhm
Tel.: 03353/20660/2477
Mobil: 0676/8704 24846
Email: thomas.boehm@wirtschaftsagentur-burgenland.at

www.wirtschaftsagentur-burgenland.at


Obstsortengarten Rohrbach

Streuobst als Basis für vielfältigen Geschmack im Obstsortengarten Rohrbach

Stationen für die Schulen / KIGAs am Vormittag sowie Familien am Nachmittag:

  1. Blühende Wiesen im Naturpark
    1. Blühende Vielfalt auf der Wiese kennenlernen
    2. Obstgartenführung
    3. Samenbomben für Zuhause machen
    4. Kräuteraufstriche kredenzen
  1. „Tiere auf der Streuobstwiese“
    1. Werkstatt Natur on Tour
    2. Naturpark-Kinderquizz
  1. „Besondere Bewohner der Streuobstwiese“
    1. Lebensweise und Bedürfnisse von Zwergohreule und Fledermäusen kennenlernen
    2. Nistkästen für Zwergohreule und Fledermäuse selber bauen für Zuhause
  1. Honigbienen
    1. Bienenerlebnis mit Imker Obmann Herbert Grafl / Bienenzuchtverein Region Kogelberg
    2. Baumblüten und Bestäubung durch Bienen verstehen lernen
    3. Eine kleine Imkerei-Material-Kunde
    4. Honigverkostung und Honigbrot-Jause auf der Frühlingswiese
  1. Wildbienen & Nützlinge
    1. Hummel, Wespe, Wildbiene – Unterschiede kennenlernen
    2. „Dos and Don’ts “ beim Bau eines Insektenhotels
    3. „Ohrenkriecher-Glocken“ selber bauen für Zuhause   
  1. Genuss auf der Streuobstwiese
    1. Naturpark Partnerbetriebe – Verkostung von Obstsäften und Marmeladen
    2. „Tante.Dea’s –Wiesenkaffee“ – süße Apfeltascherl selber machen und genießen
    3. Outdoor Cooking / “Wild gegrillt” auf der Wiese (angefragt)

Datum: 29.04.2022, 08:15 – 16:00 Uhr

Ort: Obstsortengarten Rohrbach, 7222 Rohrbach bei Mattersburg
(Parkmöglichkeit bei der Teichkantine Rohrbach, Bahnstraße 500, 7222 Rohrbach bei Mattersburg, danach 1 Minute beschilderter Fußweg zum Obstsortengarten)

Rundgang durch den

Sortengarten


Streuobstinitiative Hofsteig

Rundgang durch den Sortengarten

Freitag 29.4.22, 16.00 Uhr einen
Rundgang durch den Sortengarten beim Wasserwerk Wolfurt

Thema: Streuobst – Sorten – Zukunft der Kulturlandschaft

Wasserwerk Wolfurt
Wälderstr. 39, 6922 Wolfurt

Konkret bietet der Verein z.Förd. der Streuobstnutzung eine Sortengarten-PATENSCHAFT 2022 an.
http://nle.at/streuobstinitiative.htm


Verein Wieseninitiative

Streuobstangebot im Rahmen des Pflanzenmarktes in Rauchwart 30.4.22

Unsere Aktion zum Thema “Tag der Streuobstwiesn”, wird am Samstag den 30. April im Rahmen unsereres großen Pflanzenmarktes in Rauchwart stattfinden,  bei dem das Thema Streuobst – wie immer – massiv vertreten sein wird

Zeit: 10:00 – 17:00 Uhr 

Was bieten wir den Besuchern: 

  1. Streuobstinformationsstand des Vereines – mit Information und vielen Streuobstprodukten unserer Streuobstproduzenten
  2. Eigene Verkaufs- und Verkostungsstände von Streuobstproduzenten (Pomper, Murlasits, Dürrer/Szeikovits uvm. zum Verkosten und Kaufen von zertifizierten Streuobstprodukten
  3. Regionale Baumschulen verkaufen Streuobstbäume vor Ort
  4. wir veredeln vor Ort Streuobstbäumchen. Die Gäste können sich aus einer großen Liste an raren, alten Sorten ihre Lieblingssorte aussuchen und das frisch veredelte Bäumchen mit nach Hause nehmen

So wollen wir zur Erhaltung und Verbreitung der Sortenraritäten beitragen.

Link zur Facebookveranstaltung: https://www.facebook.com/events/1162856394532173

Verein Wieseninitiative


Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen

Streuobstbildung beim Schulfest vom Grabnerhof

30.4.2022 ganztags

Beim Hoffest der Landwirtschaftlichen Fachschule Grabnerhof wird neben vielerlei Ausstellern auch der Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen vertreten sein: Kinderprogramm auf der Streuobstwiese, Tipps und Tricks zur Pflege durch Pomologin, Präsentation Obstraupe und Infos rund um regionalen Streuobstbaumverkauf und Sorten.

Hall 225
8911 Admont
Info:
Oliver Gulas-Wöhri
Website: http://www.eisenwurzen.com
Mail: o.gulas@eisenwurzen.com


Naturpark Obsthügelland

Streuobst-Fachtagung ‘Streuobst: Kulturerbe mit Mehrwert’

12. und 13. Mai 2022

Streuobst-Fachtagung im Naturpark Obst-Hügel-Land. Unter dem Titel ‘Streuobst: Kulturerbe mit Mehrwert’ treffen sich Vertreter:innen von Streuobstinitiativen und Naturschutzorganisationen, der Politik und der Verwaltung sowie Produzent:innen, um zu erörtern, welchen Wert Streuobst(wiesen) für die Produktion, die Gesellschaft und die Biodiversität haben. Infos unter: www.obsthuegelland.at/streuobst2022

Kirchenplatz 1
4076 St. Marienkirchen/Polsenz

Info:
Rainer Silber
Tel.: +43-7249-4711225
Website: http://obsthuegelland.at
Mail: info@obsthuegelland.at


Aktionsleitfaden „Ein Herz für Streuobstwiesen“

Aktionsleitfaden „Ein Herz für Streuobstwiesen“

(Hrsg. BUND Naturschutz in Bayern e.V.)

Streuobst ist in aller Munde. Es gibt engagierte Streuobstinitiativen, Aus- und Weiterbildungsangebote, hochprofessionelle Produzenten, spezialisierte Baumschulen, umfangreiche Literatur, Videos u.v.m. Im Internet finden sich in wenigen Klicks unzählige Streuobst-Projekte. Dabei kann man schnell den Überblick verlieren. Ein neuer Streuobst-Leitfaden aus Bayern trägt dazu bei, das Wissen rund Streuobst und die Erfahrungen vieler Aktiver beim der Umsetzung von Streuobstprojekten zu bündeln.Ganz „klassisch“ werden auf fast 300 Seiten Basiswissen und Hintergrundinformationen, beispielhafte Ideen und Streuobst-Aktionen, Vermarktungsinitiativen, aber auch kulinarische und kreative Tipps zusammengetragen. Was kann die Gesellschaft aber auch jeder einzelne tun, um Streuobstbestände zu erhalten? Dieser neue Leitfaden bringt gute Antworten auf diese Fragen. So manche Idee lässt sich kurzfristig schon heuer zum „Tag der Streuobstwiese“ umsetzen!

Die Publikation kann hier als PDF heruntergeladen (frei) oder bestellt werden (36,50 € zzgl. Versandkosten):https://www.bund-naturschutz.de/publikationen
Die ARCHE NOAH Obstsammlung

Die ARCHE NOAH Obstsammlung

Die ARCHE NOAH Obstsammlung besteht seit 2012 und umfasst aktuell 13 Obsterhaltungswiesen in Niederösterreich, der Steiermark und Wien mit über 1000 Bäumen und mehr als 600 verschiedenen Sorten sowie eine Obst-Datenbank mit mehr als 900 Sorten auf 3500 kartierten Bäumen. Darunter schmackhaft klingende Namen wie der Himbeerapfel von Holovous, die Köstliche aus Charneau (eine Birnensorte), die Ananasmarille sowie bemerkenswerte und noch unbestimmte Regionalsorten.

ARCHE NOAH

Warum betreibt die ARCHE NOAH auch eine Sammlung seltener Obstsorten?

Jährlich sterben einzigartige Obstsorten in Hausgärten und auf Streuobstwiesen unbemerkt weg und verschwinden für immer. Der Bestand der landschaftsprägenden Obstbäume in Österreich ist stark überaltert, ein großer Teil befindet sich in seiner letzten Lebensphase. Expert:innen vermuten, dass in Österreich noch mehrere hundert lokal verbreitete Sorten vorhanden sind. Besonders bei Mostbirnen, Kirschen, den Pflaumenartigen und bei Beerenobst ist die Situation extrem bedrohlich, da hier nur unzureichende staatliche Sammlungen bestehen und auch das Interesse privater Sammler:innen klein ist.

Aus unserer Sicht ist es notwendig möglichst viele der alten Sorten zu erhalten und für die Allgemeinheit verfügbar zu machen; nicht nur aus geschmacklicher Hinsicht sondern vor allem auch auf Grund diverser Eigenschaften, wie z.B.: Krankheitsresistenzen, Trockenheitsverträglichkeit oder Spätfrost-Toleranz – die in Hinblick auf die drohenden Herausforderungen durch den Klimawandel immer wichtiger werden.

Wie ist die ARCHE NOAH Obstsammlung aufgebaut?

Seit 2012 beschäftigt sich ARCHE NOAH intensiv mit der organisierten Sammlung, wissenschaftlichen Dokumentation und praktischen Absicherung seltener lokaler Sorten. Eine Kombination aus zentraler Sortensammlung und dezentraler Sortenerhaltung im Netzwerk hat sich als sinnvoll und praktikabel herausgestellt. Die Sorten der sogenannten „Kernsammlung“ – also jene Sorten, die aus unserer Sicht dringend abgesichert werden müssen – betreut das ARCHE NOAH Obstteam auf eigenen Streuobstwiesen. Zusätzlich werden die einzelnen Sorten auch dezentral bei unseren SortenbegleiterInnen gepflanzt. Insgesamt werden pro Sorte zumindest 5 Jungbäume auf verschiedenen Standorten erhalten.

Welche Sorten werden in die Sammlung aufgenommen?

Die Sammlungstätigkeit konzentriert sich auf Sorten, die nicht in anderen Genbanken Europas mehrfach abgesichert sind und die in Österreich vermutlich ihr Ursprungsgebiet haben bzw. historisch hier verbreitet waren. Weiters sind für die Sammlung auch Zufalls-Sämlinge interessant, wenn sie durch gute Eigenschaften auffallen. Von diesen Sorten existiert oft nur ein einziger Baum. Bevor eine Sorte in die Sammlung aufgenommen werden kann, müssen die Früchte durch die ARCHE NOAH ObstexpertInnen pomologisch beurteilt werden. Als gefährdet eingestufte Sorten werden vermehrt und als Jungbaum neu gepflanzt.

ARCHE NOAH ARCHE NOAH Sortenspektrum

Wie arbeiten wir mit der ARCHE NOAH Obstsammlung?

Sammlung erforschen

Pomologische und molekular-
biologische Charakterisierung sowie Erhebungen zur Eignung der Sorten für Hausgarten und Streuobstbau.

Eine neue Anlage, wo wir unbekannte Sorten aus der Sammlung und Neuzugänge auf schnell fruchtenden, schwachwachsenden Unterlagen ziehen um sie rasch auf ihre Eigenschaften und Sortenechtheit zu prüfen ist in Planung.

Sammlung absichern

Jede Sorte der Kernsammlung wird auf unseren Sortenerhaltungswiesen und bei unseren Sortebegleiter:innen mehrfach abgesichert.

Sammlung erweitern

Jährlich werden ca. 40-50 Sorten neu in die Sammlung aufgenommen. Der Schwerpunkt liegt zurzeit auf Mostbirnen, Wild- und Primitiv-
pflaumen sowie Kirschen.

Abgabe von Vermehrungsmaterial

Über das Programm der Sortenbegleitung geben wir Jungbäume seltener Sorten aus der Sammlung an Mitglieder weiter. In naher Zukunft wollen wir auch Edelreiser abgeben. Zurzeit besitzt ARCHE NOAH jedoch noch keinen zertifizierten Reiserschnittgarten.

Sammlungsdaten veröffentlichen

Sobald eine Sorte ausreichend beschrieben ist, lassen wir sie in der nationalen Sortendatenbank registrieren. Das Wissen über die Eigenschaften der gesammelten Sorten veröffentlichen wir über die ARCHE NOAH Sortenblätter.


ARCHE NOAH
Obere Straße 40
A-3553 Schiltern

arche-noah.at
obst@arche-noah.at

Feuerbrand

Feuerbrand

Im Frühjahr wird es wieder kritisch!

Dr. Thomas Rühmer, Versuchsstation Obst- und Weinbau Haidegg

Thomas Rühmer Trieb an einem Apfelbaum mit mehreren Feuerbrand-Befallsstellen

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Sigi‘s Pomologicum

Sigi‘s Pomologicum

Hier geht es um Pomologisches und verdiente Pomologen

Josef Löschnig

Obstbaupionier und Pomologe
1872-1949

Vorwort

Im Herbst 1987 war ich zu Besuch bei Löschnigs hochbetagter Tochter Caroline und seiner Enkelin Monika in Wien, um möglichst viel über diesen verdienstvollen Mann zu erfahren und biografisch brauchbare Materialien (Fotos etc.) einzusehen bzw. zu fotografieren. Aus Rücksichtnahme auf das hohe Alter der Frau verließ ich die Beiden bald wieder, um später noch einmal hinzukommen. Daraus wurde nichts mehr, teils weil die alte Dame bald darauf starb, teils weil ich mittlerweile aus Zeit-und anderen Gründen das Projekt, eine umfassende Geschichte der österreichischen Pomologie zu verfassen, ad acta gelegt hatte.

Den heuer stattfindenden 150. Geburtstag Löschnigs möchte ich nicht vorübergehen lassen, ohne Löschnigs Leben und seine Leistungen für den heimischen Obstbau im allgemeinen und für die Pomologie im speziellen in kurzen Worten zu würdigen.

Abb.1: Josef Löschnig um 1930
Abb.2: Josef Löschnig um 1940

Wo einst die Wiege stand

Josef Löschnig kam am 18.3. 1872 als Erstgeborener in Altendorf 17, Pfarrgemeinde St. Johann am Draufelde (šentjanž na Dravskem polju, heute Starše) zur Welt (Taufbucheintrag Joseph Leschnik). Diese Gemeinde gehörte bis 1918 zur Untersteiermark in Österreich, heute zu Slowenien. Sein Vater Franz Löschnig war Gutsverwalter der Graf Herberstein’schen Besitzungen in St. Johann am Draufelde. Seine Mutter Anna führte den Bauernhof der Familie. Zum elterlichen Besitz gehörte auch ein großer Obstgarten und man legte schon damals Wert auf Sortenkenntnisse. Es ist überliefert, dass die Kinder als Abschluss der Mahlzeiten nur dann das Obst essen durften, wenn sie die richtigen Sortennamen nennen konnten. Josef Löschnigs Schicksal schien nicht darin zu liegen, einmal den elterlichen Hof zu übernehmen. Schon als 11-jähriger half er seinem Vater bei den Kanzleiarbeiten. Er war für “Höheres” bestimmt.

Schul- und Wanderjahre

Mit 13 Jahren kam er nach Marburg (heute Maribor) und besuchte dort die Realschule. Darauf folgte die in der ganzen Monarchie wohl-bekannte steirische Landes-Ackerbauschule Grottenhof bei Graz. Seine landwirtschaftliche Praxis absolvierte er auf dem Graf Meran’schen Weingut Johannisberg bei Marburg, wo er von 1890-1892 arbeitete.

Nach freiwillig geleistetem Militärdienst beim 8. Husarenregiment wurde er 1894 vom Landesausschuss der Steiermark als Fach- und Wanderlehrer der Wein- und Obstbauschule Marburg zugeteilt. In dieser Tätigkeit konnte er die in ihm schlummernden Talente mehr und mehr zur Entfaltung bringen. Seinen Initiativen verdankte die Landwirtschaft in der Untersteiermark die massive Vermehrung der Obst- und Weingärten.

Gründung einer Familie und Übersiedlung nach Niederösterreich

Am 22.8.1897 heiratete er in seiner Heimatpfarre die ihm schon aus der Volksschulzeit bekannte Stephanie Hren. Sie war die Tochter von Anton Hren, Oberlehrer seines Heimatdorfes und dessen Ehefrau Karoline geb. Schwarz.
Am 21.1.1898 kam in Marburg Tochter Caroline auf die Welt. Noch im selben Jahr folgte er der Berufung zum Fachlehrer an die Landes-Wein- und Obstbauschule in Krems an der Donau.


Abb. 3: Ehepaar mit Tochter Caroline, Krems 1901

Abb. 4: Josef Löschnig, Krems 1901

Die junge Familie übersiedelte nach Niederösterreich und ließ sich in Stein an der Donau, einem Nachbardorf von Krems, nieder. Eine wichtige tragende Säule seiner Existenz war seine Frau Caroline. Sie war es, die den immer rastlosen Ehegatten in seiner schier unerschöpflichen Schaffenskraft unterstützte. Am 20.10. 1903 kam in Stein an der Donau Tochter Claudia Maria Justina Margaretha auf die Welt.

Berufliche Profilierung

Im Jahre 1905 wurde Löschnig Landes-Obstbauinspektor für Niederösterreich mit Sitz in Korneuburg. Von Korneuburg aus leitete er eine neue Epoche im niederösterreichischen Obstbau ein. Es nahm

nicht nur das Obstbaumschulwesen einen großen Aufschwung sondern es wurden viele Muster- Obstanlagen und auch Muster-Mostereien errichtet. Diese dienten nicht zuletzt in besonderer Weise Schulungszwecken. Fast überall im Lande wurden Kurse zur Hebung der Obstproduktion und Obstverarbeitung (Most, Saft- und Schnapsproduktion) abgehalten.

Es dauerte nicht lange und Löschnig wurde als Obstbau-Oberinspektor in den niederösterreichischen Landeskulturrat (Vorgänger der Landwirtschaftskammer) mit Sitz in Wien berufen, wo er einen größeren Mitarbeiterstab zur Verfügung hatte und dadurch seine obstbaulichen Vorhaben beschleunigen und intensivieren konnte. Als 1922 die Landwirtschaftskammer für Niederösterreich den Landeskulturrat als Vertretung der landwirtschaftlichen Interessen ablöste erhielt Löschnig als Wein-, Obst- und Gartenbau-Direktor ein eigenes Referat. 1923 wurde er zum Regierungsrat und 1925 zum Hofrat ernannt. Er übte diese Funktion bis zu seiner Pensionierung Ende 1938 aus.

Gründung der Österreichischen Obstbau- und Pomologen-Gesellschaft

Löschnig erlebte im Jahre 1908 mit großem Bedauern das Ende des seit 1880 bestehenden Österreichischen Pomologenvereins. Der Ruf nach einer Nachfolgeorganisation, die zwar weiterhin ein Sammelbecken für die österreichischen Pomologen sein, aber in vermehrtem Maße auch den Interessen des Erwerbsobstbaues dienen sollte, wurde stärker.
Am 10.3. 1911 fand in Wien die konstituierende Versammlung der Österreichischen Obstbau- und Pomologen-Gesellschaft statt. Zum Vorsitzenden wurde Dr. Wilhelm Lauche (Neffe des gleichnamigen Pomologen), Direktor der Höheren Obst- und Gartenbauschule Eisgrub (heute Lednice in Tschechien), gewählt. Geschäftsleiter wurde Josef Löschnig. Zur Lösung der Aufgaben der Gesellschaft wurden 12 Sektionen festgelegt. Aufgaben der 4. Sektion “Spezielle Pomologie” waren u.a.: Sammlung der Normalsortimente der einzelnen Teile der Monarchie, Registrierung der zur Anpflanzung empfohlenen Obstsorten, Studien über die wertvollsten Handelssorten, Feststellung der in einzelnen Gebieten verbreiteten Mostobst- und Lokalsorten bzw. Ermittlung ihrer Ansprüche und Brauchbarkeit. Josef Löschnig war stellvertretender Obmann dieser Sektion

Mostbirnen-Schau 1912 in Linz

Vom 23. – 25. September 1912 fand in Linz eine große Mostbirnen-Schau statt. Organisiert von der Österreichischen Obstbau- und Pomologen-Gesellschaft und dem Landeskulturrat Oberösterreich wurden an diesen Tagen 1520 Sortenmuster aus Oberösterreich, Niederösterreich, Steiermark, Vorarlberg, Tirol, Krain (Untersteiermark, heute Slowenien), Küstenland (heute Kroatien), Württemberg, Bayern und Schweiz ausgestellt und von einem Pomologenteam geprüft. 108 Sorten davon wurden von Pomologen beschrieben und diese Beschreibungen wurden 1913 im Buch “Die Mostbirnen”, bearbeitet von Josef Löschnig und herausgegeben von der Österr. Obstbau- und Pomologen-Gesellschaft, veröffentlicht.

Erster Weltkrieg

Löschnig war ab 1914 auf verschiedenen Kriegschauplätzen (Galizien, Italien etc.) im Einsatz. Er war Verbindungsoffizier im Grazer Landwehr-Infanterieregiment Nr.3. Für seine Kriegsleistungen wurde er mehrfach ausgezeichnet (Eiserner Kronenorden III. Klasse, Militärverdienstkreuz III. Klasse etc.). Im Jahre 1917 erschien sein Kriegsbuch “Wir greifen an”, in dem er die Tiroler Offensive seines Regiments schilderte.

Im Juli 1917 wurde er von der Front abberufen, weil man in der Heimat dringend tüchtige Leute für die Versorgung des Heeres und der Not leidenden Zivilbevölkerung brauchte. In Münchendorf wurde eine Obstverwertungsfabrik errichtet, deren Leitung er übernahm und wo er fast Tag und Nacht arbeitete.

Tätigkeiten und Ereignisse nach dem Kriege

Im Jahre 1919 bis zur Errichtung einer eigenen Lehrkanzel für Obstbau unterrichtete er als Honorardozent an der Hochschule für Bodenkultur Wien. Ab 1922 war er zwar hauptberuflich in der niederösterreichischen Landwirtschaftskammer tätig, übte aber viele hohe Funktionen in Verbänden, Gesellschaften und Vereinen in den Bereichen Obstbau, Weinbau, Gartenbau und Pflanzenschutz aus.

Abb. 5: Stephanie und Josef Löschnig um 1925

1926 wurde er zum Präsidenten des Landes-Obstbauvereins für Niederösterreich gewählt.
Im März 1927 kam es auf Anregung Löschnigs zur Gründung der “Gemeinschaft österreichischer Obstzüchter” ( Vorgänger-Organisation des späteren Österreichischen Bundesobstbauverbandes). Zweck dieser Gemeinschaft, die sich aus Vertretern der Landesobstbauvereine, der landwirtschaftlichen Hauptkörperschaften (Landeskulturräte, Landes-Landwirtschaftskammern), der Obstbau-Fachorgane des öffentlichen Dienstes und der Hauptorgansisation der Baumschulbesitzer zusammensetzte, war die Beratung gemeinsamer obstbaulicher Angelegenheiten im Rahmen von Tagungen und ein einheitliches Vorgehen in allen obstbaulichen Belangen gegenüber den Bundesbehörden. Löschnig wurde zum Vorsitzenden dieser Gemeinschaft gewählt. Die Verhandlungsberichte der jährlichen Tagungen wurden in der Schrift “Zeitgemäße Obstbaufragen” veröffentlicht.
Im Jahre 1930 feierte der Landes-Obstbauverein für Niederösterreich sein 50-jähriges Jubiläum. Auf Anregung von Präsident Löschnig wurde eine umfangreiche Festschrift mit interessanten Artikeln über die Vereinsgeschichte, Geschichte des österreichischen Obstbaues, seltene österreichische Obstsorten etc. veröffentlicht.

Am 18. März 1932 wurde Löschnigs 60. Geburtstag öffentlich gefeiert. In Anerkennung seiner obstbaulichen Leistungen wurden ihm aus diesem Anlass 3 Obstsorten gewidmet: “Hofrat Löschnig” (ein Sommerapfel, gewidmet von Josef Petz in Steyr); “Löschnig-Renette” (oststeirische Lokalsorte, gewidmet vom Landes-Obst- und Weinbauverein Steiermark) und die Zwetschkensorte “Hofrat Löschnig” (ein Sämling der Landesobstanlage Amstetten, gewidmet von Anton Kroneder). Weiters wurde eine ” Löschnig-Stiftung” zur Unterstützung des studierenden fachlichen Nachwuchses ins

Leben gerufen und für besondere Verdienste im Obst- und Weinbau wurde von der niederösterreichischen Landes-Landwirtschaftskammer die “Josef-Löschnig-Medaille” vergeben.

Im Herbst 1933 begab sich Löschnig mit einem Fachkollegen auf eine längere Reise nach Nordamerika, um sich dort mit Obst- und Weinbauexperten zu treffen, viele Betriebe und nebenbei auch ein paar Großstädte (New York, Washington, Weltausstellung Chicago etc.) zu besuchen. Einen umfangreichen Reisebericht veröffentlichte er 1934 in seinem Buch “40 Tage Nordamerika”.

Hofrat Löschnig führte ab 1939 kein ruhiges Pensionistenleben, ganz im Gegenteil. Neben Wahrnehmung verschiedener Funktionen in Vereinen und Gesellschaften, widmete er sein restliches Leben primär der Pomologie und dem Schreiben von vielen obstbaulichen Fachbüchern.

Er besuchte viele Obstausstellungen in ganz Österreich. Als exzellenter Sortenexperte war er überall gefragt. Sein größtes Projekt war die Herausgabe einer außerordentlich umfangreichen österreichischen Pomologie mit etwa 1000 Sorten. Er fokusierte sich primär auf die Lokalsorten, die er in ganz Österreich aufspürte und dann in seiner Villa pomologisch bearbeitete. Er hatte von Jugend an eine besondere Gabe zum Zeichnen und so finden sich heute im Löschnig-Archiv in Klosterneuburg viele Bände mit seinen Obstsortenbeschreibungen und den meisterhaft ausgeführten kolorierten pomologischen Zeichnungen.

ARGE Streuobst Abb. 6 und 7.: Geistapfel und Ambrosia Aprikose; Löschnigarchiv HBLA Wein- und Obstbau Klosterneuburg

Zur Drucklegung dieses pomologischen Mammutwerkes kam es leider nicht mehr. In den Jahren kurz nach 1945 hatte man andere Prioritäten. Seine unvollendete Arbeit über die Marillen (Aprikosen) wurde erst nach seinem Tode ergänzt und veröffentlicht.

Das Ende

Löschnigs enorme Schaffenskraft war bis zu seinem plötzlichen Tode ungebrochen.
Er starb am 23. Okt. 1949 kurz vor Mitternacht in seiner Villa unerwartet an einem Herzinfarkt. Er wurde in der Aufbahrungshalle des Friedhofs Gersthof verabschiedet und anschließend in der Familiengruft in Münchendorf bestattet.

Er hinterließ seine Gattin Stephanie, die bis zu ihrem Tod am 6.9.1959 in der Villa lebte; weiters die Töchter Caroline( 1898-1989) und Claudia (1903-1953) sowie die Enkelkinder Aglaja Stephanie (1921- 1999) und Monika Elisabeth (1932-2007). Sein 1923 geborener Enkelsohn Hermann Josef war bereits 1942 verstorben.

Mit Löschnig starb wohl Österreichs bedeutendster Obst- und Weinbauexperte und Pomologe der 1. Hälfte des 20. Jhdts., der im In-und Ausland höchste Anerkennung fand. Er war sowohl ein Mann der Praxis als auch der Wissenschaft.

Was blieb

In unserer schnelllebigen Zeit gehen selbst die Erinnerungen an sehr prominente Vertreter der Wissenschaft in mehr oder wenig kurzer Zeit wieder verloren. Was immer bleibt sind die Publikationen (Bücher, Fachartikel etc.). So lebt auch Löschnig in seinen literarischen Werken weiter. Alle jene, die sich, aus welchen Gründen auch immer, mit der Geschichte des österreichischen Obstbaues, Weinbaues und der Pomologie beschäftigen, werden auch in Zukunft immer wieder auf den Namen Löschnig stoßen.

Seine wichtigsten Werke


“Praktische Anleitung zum rationellen Betriebe des Obstbaues”:
1901 herausgegeben vom Landes-Obstbauverein für Niederösterreich. Diese Schrift erreichte, bis 1946 stark erweitert, insgesamt 7 Auflagen und war jahrzehntelang das Standardwerk für angehende bzw. etablierte Obstbauern und Kleingärtner und festigte Löschnigs Ruf als anerkannten Obstbauexperten im In- und Ausland. Neben dem Textteil enthielt es noch 5 schöne lithographierte Farbtafeln mit Schädlingen und Krankheiten des Obstbaues.

“Der Obstzüchter, Zeitschrift für die Gesamt-Interessen des Obstbaues”

1903 erstmals von Löschnig herausgegeben. Enthielt auch Berichte der österreichischen Landes- Obstbauverbände. 1919 aufgegangen in der “Zeitschrift für Garten- und Obstbau der Österreichischen Gartenbaugesellschaft und 1922 in der der Zeitschrift “Die Landwirtschaft” der niederösterreichischen Landes-Landwirtschaftskammer auf.

“Die Mostbirnen”

Diese 1913 herausgegebene Pomologie stellt für all jene, die sich eingehender mit Mostbirnen beschäftigen, so etwas wie eine österreichische Mostbirnenbibel dar. So wichtig dieses Standardwerk für uns Pomologen auch immer ist, so soll nicht unerwähnt bleiben, dass das in Linz damals tätige Pomologenteam in nicht wenigen Fällen bei der Neu- und Umbenennung von Lokalsorten unglücklich bis unverständlich gehandelt hat, was aus den in meinem Besitz befindlichen Protokollen hervorgeht.

“Empfehlenswerte Obstsorten” – Ein Meisterwerk

Ab 1912 gab der Landes-Obstbauverein für Niederösterreich in Wien in Teil-Lieferungen die Pomologie “Empfehlenswerte Obstsorten” heraus. Dargestellt wurden darin die so genannten Normalsortimente für Niederösterreich, quasi als Empfehlung und Orientierung für die Obstbauern und Baumschulen. Als Autoren sind genannt: Josef Löschnig, Hugo M. Müller (Präsident des Landes- Obstbauvereins für Niederösterreich)) und Heinrich Pfeiffer (Obstbau-Professor an der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg).

Abb. 8: Sommer-Parmäne

Diese sehr wertvolle Pomologie enthält die Frucht- und Baumbeschreibungen von 40 Apfelsorten, 52 Birnensorten (inklusive Mostbirnsorten) und 12 Kirschensorten. Die sehr schönen und sortentypischen Farb-Lithografien zeigen Frucht, Blüte und Blatt.

“Österreichs Frühbirnensorten”

Früh reifende Birnensorten kommen in den bäuerlichen Obstgärten und in den Hausgärten meist sehr selten vor. Klarerweise sind sie auch nicht bei den in den Monaten September und Oktober stattfindenden Obstausstellungen präsent und so freut man sich als Pomologe natürlich, wenn sich eine kleine Schrift dieser Sortengruppe widmet. Das 32-seitige Heft enthält die Beschreibungen und schwarz-weißen Abbildungen von 22 Sorten wie z.B. Wiener Kirschbirne, Sparbirne, Römische Schmalzbirne, Zwiebotzenbirne, Salzburger Birne etc.

“Die Marille (Aprikose) und ihre Kultur”

Diese sehr umfangreich Studie über die Marille einschließlich ihrer Sorten konnte Löschnig nicht mehr ganz vollenden.

Abb. 9: Die Marille (Aprikose)
ARGE Streuobst Abb. 10: Die Marille (Aprikose): Nancy Marille

Nach seinem Tode gelang es Dr. Fritz Passecker, dieses Werk zu bearbeiten und 1954 zu veröffentlichen. Es enthält u.a. die Beschreibungen von an die 100 Sorten und einige Farbtafeln.

Zeugnisse der Anerkennung

Löschnig erhielt im Laufe seines schaffensreichen Lebens viele Auszeichnungen. Er wurde von ca. 20 Vereinen (Obst-, Wein-und Gartenbau, Landwirtschaft) zum Ehrenmitglied ernannt.
Verliehene Medaillen und Plaketten: Babo-Medaille (Hauptverband der Weinbautreibenden Österreichs); Hugo M. Müller-Medaille (Landes-Obstbauverein Niederösterreich); Erzherzog-Johann- Medaille (Landes-Obstbauverein Steiermark); Liegel-Plakette (Österr. Obstbau- und Pomologengesellschaft); Protektor-Medaille und Rottenberger-Plakette (Verein der Gärtner und Gartenfreunde Hietzing und Umgebung), Josef-Löschnig-Medaille (Niederösterreichische Landwirtschaftskammer)

Abb. 11 und 12: Josef-Löschnig-Medaille
ARGE Streuobst

Im Jahre 1972 wurde im Wiener Stadtteil Donaustadt (22. Bezirk) eine Straße nach ihm benannt. In St. Pölten gibt es einen Löschnigweg.

Die Löschnig-Renette

Die Löschnig 1932 gewidmeten Obstsorten scheinen bis auf die Löschnig-Renette verschollen zu sein. 1948 wurde ihm zu Ehren die “Schafberg-Marille” in “Löschnig-Marille” umbenannt.

Bei der “Löschnig-Renette” handelt es sich eigentlich um die oststeirische Sorte “Lambrechter”, die 1932 umbenannt wurde. Es ist dies ein eher kleinfruchtiger, schön gestreifter Apfel von durchschnittlichem Geschmack und langer Haltbarkeit. Die Sorte ist heute sehr selten geworden.

Abb. 13: Widmung Löschnig-Renette

Schlussbetrachtung

Löschnig war ein äußerst disziplinierter, zielorientierter, kreativer und fleißiger Mensch; nur so war es möglich, dass aus einem Bauernkind des steirischen Unterlandes eine in Fachkreisen hochgeehrte Persönlichkeit wurde.
Ihm gebührt selbst heute noch Respekt und Anerkennung.
Ich möchte diese Kurzbiografie mit jenen Worten schließen, die Löschnig gerne bei Begräbnissen von Fachkollegen gesagt hat:

” Was vergangen, kehrt nicht wieder; aber ging es leuchtend nieder, leuchtet’s lange noch zurück”

Literatur (Auszug)

Anonym: Verhandlungen der konstituierenden Versammlung und ersten Tagung der Österr.
Obstbau- und Pomologen-Gesellschaft, Wien 1911
Anonym: Festschrift Landes-Obstbauverein für Niederösterreich 1880-1930, Agrarverlag Wien 1930
Löschnig, J.: Praktische Anleitung zum rationellen Betriebe des Obstbaues, 1. Auflage, 150 S., Landes- Obstbauverein für Niederösterreich, Wien 1901; 7. Auflage, 560 S. Verlag Hartleben Wien-Leipzig 1946
Löschnig, J.: Der Obstzüchter, Jg 1, 192 S., Krems 1903

Löschnig, J.: Der Frischverkauf des Obstes, 52 S., Verlag Ulmer, Stuttgart 1907
Löschnig, J.: Die Obstweinbereitung, 160 S., Verlag Hartleben Wien -Leipzig 1911

Löschnig, J., Müller, H.M. und Pfeiffer, H.: Empfehlenswerte Obstsorten, 210 S., Verlag Frick, Wien 1912 ff
Löschnig J. et al.: Die Mostbirnen, 227 S., Österr. Obstbau- und Pomologen-Gesellschaft, Verlag Sperl Wien 1913
Löschnig, J.: Wir greifen an! Die Tiroler Offensive des steirischen K.K. Landwehrinfanterieregiments Graz Nr. 3; Verlag Styria, Graz 1917

Löschnig, J.: Das Einkochen des Obstes im Haushalte; 145 S., Hartleben Wien-Leipzig 1920
Löschnig, J.: Österreichs Frühbirnensorten, 32 S., Niederösterr. Landes-Landwirtschaftskammer, Wien 1927 Löschnig, J.: 40 Tage Nordamerika, 208 S., Hauptverband der Weinbautreibenden Österreichs und Gemeinschaft österr. Obstzüchter , Wien 1934
Löschnig, J. und Kroneder, A.: Bestimmungsschlüssel für Äpfelsorten, 176 S., Scholle-Verlag Wien, um 1935 Löschnig, J. u. Passecker, F.: Die Marille (Aprikose) und ihre Kultur, Öst. Agrarverlag, Wien 1954
Löschnig, J.: Die Fruchtbranntweine und ihre Bereitung, 80 S., Scholle-Verlag Wien 1946
Löschnig, J.: Die Bewertung der Obstgehölze, 115 S., Verlag Frick, Wien 1947
Löschnig, J.: Anleitung zur Herstellung und Behandlung der Obstweine (Gärmoste) und Süßmoste, 64 S., Scholle-Verlag Wien 1947
Löschnig, J.: Verbesserung der Obstsorten; 88 S.; Scholle-Verlag Wien 1948
Moisl, F.u. Reisch R.: Löschnig, Festschrift, 30 S., Löschnig-Stiftung, Wien 1932

Abb. 14: Holzschnitt von R. Köhl

Bildnachweise:

Alle Abbildungen basieren auf Fotos des Autors. Die Originalvorlagen stammen von folgenden Quellen:

Abb. 1,2,3,4,5,13,14: Familienbesitz Nachkommen Löschnig
Abb. 6,7: Löschnig-Archiv von BA und HBLA für Wein- und Obstbau Klosterneuburg
Abb.8: Löschnig et al.: Empfehlenswerte Obstsorten, Tafel 30

Abb.9,10: Löschnig- Passecker: Die Marille (Aprikose) und ihre Kultur

Abb.11,12: Pomologische Sammlung Dr. Bernkopf


Autor: Dr. Siegfried Bernkopf, ARGE Streuobst: siegfried.bernkopf@aon.at

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