Biodiversität im Obstgarten

29. März 2010

Streuobstwiesen sind „Hotspots der Biodiversität in Mitteleuropa“ (Rösler 2007) mit über 5.000 Tier- und Pflanzenarten (ohne Pilze/Flechten/Moose).

Die großen Baumkronen sind ein Lebensraum für sich. Baumhöhlen in alten Bäumen bieten Nistmöglichkeit für Vögel wie den Steinkauz und die Zwergohreule aber auch für baumbewohnende Fledermäuse. Das Totholz an älteren Bäumen ist ein wichtiger Lebensraum für Insekten, diese wiederum sind Nahrungsquelle für viele Vogelarten. Auch als Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen sind Obstbäume wichtig, so entwickelt sich das seltene Große (Wiener) Nachtpfauenauge bevorzugt auf Kirschbäumen.

Einige Spechtarten wie Grünspecht und Wendehals aber auch der Wiedehopf suchen ihre Nahrung bevorzugt am Boden unter den Bäumen – sie sammeln dabei mit vorliebe Ameisen aber auch andere Insekten auf, ihre Brut erfolgt ebenfalls in Baumhöhlen. Aber auch verschieden Säugetiere nehmen das Obst als Nahrungsquelle an, etwa der Igel oder der Siebenschläfer.

Die Wiesen unter den Obstbäumen sind einen Standort für verschiedene seltene oder gefährdete Pflanzen, z.B. diverse Orchideenarten.

Streuobstbestände sind Teil der Kulturlandschaft, sie sind vom Menschen geschaffen, ihr Weiterbestand ist nur gesichert wenn sie gepflegt und bewirtschaftet werden.

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