Biodiversität alte Obstsorten

29. März 2010

Die heute noch vorhandene Vielfalt bei den Obstsorten ist eng mit dem Streuobstbau verbunden. Nur bei dieser traditionellen Kulturform ist die Sortenvielfalt erhalten geblieben. Im Streuobstbau mit seiner großen Vielfalt an Obstarten und Sorten, liegt ein großes Potential im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung des Obstbaues.

Nach Schätzungen gibt es in den Streuobstgärten Österreichs ca. 3000 Obstsorten. Viele dieser Sorten sind heute in ihrem Bestand bedroht – es bedarf daher einer gezielten Erhaltungsstrategie um diese Sorten als genetisches Potential aber auch als Kulturgut zu sichern.


Die Entstehung der Vielfalt
Über Jahrtausende hat der Mensch aus den in der Natur vorkommenden Pflanzen jene Sorten selektiert, die seinen Nutzungsinteressen am besten entsprachen. Zunächst geschickt genetische Zufälle nutzend, später mittels gezielter Züchtung. Obwohl es vor allem eine Selektion in Richtung größer, wohlschmeckender und ertragreicher war, ist dabei eine unendliche Fülle an Sorten entstanden.
Den Höhepunkt erreichte die Vielfalt vor etwa 150 Jahren, seither ist die Entwicklung gegenläufig. Die moderne Landwirtschaft und der Handel im großen Stil, führen zu einer zunehmenden Uniformität. Aus der regionalen Vielfalt wird ein globaler Einheitsbrei. Damit rücken alte Sorten und Kulturpflanzen auch zunehmend in das Interesse des Naturschutzes.


Die Erhaltung von Kulturpflanzen ist eine regionale Verantwortung und braucht regionale Erhaltungsstrategien. Viele Sorten weisen nur regionale Verbreitung auf, ihr Wert ergibt sich oft im Zusammenhang mit der traditionellen Nutzung.


Die Alten Sorten sind akut gefährdet: Einerseits auf Grund der Überalterung der Baumbestände und der Nutzungsaufgabe im Streuobstbau, aber auch auf Grund von Krankheiten wie dem Feuerbrand.
Die für Neupflanzungen im Handel erhältlichen Obstbäume werden oft europaweit vertrieben. Eine eigene Aufzucht wird nur mehr vereinzelt von regionalen Baumschulen betrieben.
Auf Grund all dieser Entwicklungen droht ein Verlust an genetischer Vielfalt und regionaler Identität.

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